Round Table Additive Manufacturing in der Luft- und Raumfahrt: Anforderungen & Herausforderungen

Am 16. November fand im Rahmen des Technologietags Leichtbau Innovation Camp der Landesagentur Leichtbau-bw der vom LR BW organisierte Round Table „Additive Manufacturing in der Luft- und Raumfahrt: Anforderungen & Herausforderungen“ statt. Dabei ging es insbesondere um die Herausforderungen in der Luftfahrt 3D-Druck-Komponenten im Laserschmelzverfahren marktfähig zu machen. Dazu beleuchtete 3D-Laserdruck die Herausforderungen. Anschließend ging der TÜV-Süd auf die Validierungsprozesse und Qualitätssicherung ein, ehe abschließend das Fraunhofer Institut für für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) aufzeigte, welche Leichtbauteile in der Luftfahrt genutzt werden.

Die Luftfahrt steht angesichts der Transformationsprozesse, Digitalisierung, Dekarbonisierung und Defossillisierung sowie Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen. Die Schließung von Regionalflughäfen, alternativen Flugzeugantrieben sowie die Entwicklung neuer Flugzeugformen sind die Folge.

In dieser Gemengelage besitzt der Leichtbau eine Rolle. Additive Manufacturing und 3D-Druck sind hierbei perspektivisch Enabler zur Lösungsfindung. Deshalb wurde der Round-Table geplant, um auf den Kompetenzen im Leichtbau und insbesondere in der traditionellen manufakturähnlichen mechanischen Metallverarbeitung aufzubauen und sollte dafür genutzt werden Interessengruppen zu identifizieren den Technologieaustausch in Baden-Württemberg zu intensivieren. So ging es neben den Herausforderungen hinsichtlich Leichtbauteilen und 3D-Druck bzw. Additive-Manufacturing auch darum, wie neue Prozesse oder Technologien adaptiert werden können.

Im Jahr 2015/2016 hatte das LR BW Mitglied 3D-Laserdruck mit einem Strategieprozess begonnen um auszuloten, wo der Einsatz von additiv hergestellten Metallbauteilen am sinnvollsten ist. Damals kam man zu dem zum Ergebnis, dass die Luftfahrtindustrie von dieser Technologie den größten Nutzen haben könnte. Obwohl seit 2016 nach EN 9100 gearbeitet wird, konnte beobachtet werden, dass nur vereinzelt Unternehmen als zertifizierte Lieferanten bei den großen OEMs auftreten.

Im weiteren Verlauf und durch die Präsentationen der TÜV-Süd sowie dem Fraunhofer IPA konnten drei Kernaussagen festgehalten werden:

  1. Validierungsprozesse sind enorm kostenaufwendig und deshalb für kleine Unternehmen schwierig umzusetzen. Deshalb lohnen sich perspektivisch Kooperationen, um Größenvorteile zu erzielen.
  2. In der Automobilindustrie ist das Thema 3D-Druck weit verbreiteter. Die Branche ist der Technologie bis jetzt aufgeschlossener.
  3. „Additive Manufacturing ist keine Insel“. 3D-Druck muss im Gesamtkontext einer Unternehmung und in der Qualitätssicherung ganzheitlich verankert sein.

 

Das LR BW bedankt sich herzlich bei den Vortragenden:

Tobias Wenz und Martin Hirlinger, Inhaber der 3D-Laserdruck. Martin Schleef, Oliver Refle und Markus Echsel vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Sammy El-Oraby und Gregor Reischle vom TÜV-Süd.


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