Geschwindigkeit wird zum Wettbewerbsfaktor: Resilienz, Souveränität und Innovation gemeinsam vorantreiben
Der diesjährige 20. Tag der Deutschen Luft- und Raumfahrtregionen in Hannover stand unter dem Motto „Erfahrung. Transformation. Zukunft.“, das einlud, über die Zukunftsfähigkeit des Luft- und Raumfahrtstandorts Deutschland zu diskutieren. Wir waren mit zahlreichen Vertretern aus unserem Ehrenamt, unserer Mitgliedschaft und Geschäftsstelle sowie einem kleinen Stand vor Ort.
Im Mittelpunkt vieler Gespräche stand die Frage, wie die Umsetzung von Innovationen beschleunigt werden kann. Einigkeit bestand darüber, dass die aktuellen globalen Herausforderungen nur durch eine noch engere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewältigt werden können. Resiliente Lieferketten, eine stärkere Vernetzung von OEMs, mittelständischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politischen Akteuren sowie der Abbau unnötiger regulatorischer Hürden gehören dabei zu den wesentlichen Handlungsfeldern.
Deutlich wurde auch, dass Wettbewerber im Ausland im internationalen Vergleich häufig von schnelleren Entscheidungs- und Umsetzungsprozessen profitieren. Um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Luft- und Raumfahrtsektors langfristig zu sichern, sind daher insbesondere mehr Tempo und technologische Souveränität erforderlich.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der wachsenden Bedeutung von Raumfahrttechnologien für Sicherheit, Kommunikation, Navigation und Aufklärung. Die Abhängigkeit moderner Gesellschaften von weltraumgestützten Systemen wird kontinuierlich größer. Gleichzeitig zeigen aktuelle geopolitische Entwicklungen, wie wichtig vernetzte Systeme, schnelle Reaktionsfähigkeit und eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und Bundeswehr geworden sind.
Die Diskussionen machten zudem deutlich, dass die Zeitenwende auch als Innovationstreiber verstanden werden muss. Entwicklungs- und Beschaffungsprozesse müssen beschleunigt, neue Technologien schneller in die Anwendung überführt und notwendige Fähigkeiten bedarfsgerecht skaliert werden.
Mit Blick auf die kommenden Jahre wurde außerdem die Bedeutung von Bildung, Fachkräftesicherung und der engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft hervorgehoben. Die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wird maßgeblich davon abhängen, wie erfolgreich diese Bereiche weiterentwickelt werden.
Das „Klassentreffen“ der deutschen Luft- und Raumfahrtcommunity hat erneut gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen allen Akteuren der Branche ist, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu entwickeln. Vielen Dank an die Organisatoren, Niedersachsen Aviation und BDLI – Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. für die wertvollen Impulse und Diskussionen.