12. Mai 2021

Koalitionsvertrag sendet wichtiges Signal für die Luft- und Raumfahrtbranche

Stuttgart, 10. Mai 2021. Die Corona-Krise hat tiefe und schmerzhafte Folgen für die Luftfahrtindustrie mit sich gebracht. Noch immer liegen die Fertigungsraten weit unter dem Vorkrisenniveau. Die Raumfahrtbranche steht hingegen vor großen Herausforderungen hinsichtlich der Kommerzialisierung der Raumfahrtindustrie. „Umso erfreulicher ist es, dass zum ersten Mal, seit der Gründung des Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg, die Luft- und Raumfahrtbranche im Koalitionsvertrag berücksichtigt wurde“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Rolf-Jürgen Ahlers.

„Unser Engagement hat sich nun endlich ausgezahlt“, resümierte der LR BW Geschäftsführer Wolfgang Wolf. „Mit der Stärkung der Raumfahrtunternehmen, von der Manufakturfertigung zur Serienproduktion, sind schon einmal jetzt die Weichen gestellt worden, die Wertschöpfungspotenziale in Baden-Württemberg zu nutzen“. Denn 2040 soll Prognosen zur Folge das Marktvolumen der internationalen Raumfahrtbranche dem der heutigen globalen Automobilindustrie entsprechen. „New Space wird uns in den nächsten Jahren begleiten und Vieles ermöglichen. Wie schon jetzt Raumfahrtanwendungen im Kommunikations- und Navigationsbereich zum Alltag gehören, werden die Entwicklungen noch gewaltige Innovationssprünge erzeugen“, prognostiziert Prof. Dr. Ahlers. „Durch den Koalitionsvertrag erhält die Branche nun endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Raumfahrttechnologien aus Baden-Württemberg sind nun endlich auf dem Radar der Politik angekommen“, bilanziert Wolfgang Wolf weiter.

Aber auch in der Luftfahrtindustrie sei es wichtig die Transformationsprozesse zu adressieren. „Deshalb wollen wir noch in diesem Jahr das Innovationsnetzwerk „FUTUREAVIATION“ gründen. Neben neuen Flugzeugformen, smarter Mobilität, klimaneutralen oder autonomen Fliegen wollen wir diskutieren, welchen Beitrag Baden-Württemberg in der Luftfahrt von Morgen leisten kann und wollen durch den Branchendialog den Technologie- aber auch Wissenstransfer stärken“, kündigt der Vorstandsvorsitzende Rolf-Jürgen Ahlers an. „Die im Koalitionsvertrag beschriebenen Pläne ein Alleinstellungsmerkmal mit der Installation eines Crashtestzentrum in Baden-Württemberg zu entwickeln, begrüßen wir sehr“, fuhr Rolf-Jürgen Ahlers fort. „Der Koalitionsvertrag steht für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation“, erklärt Ahlers weiter. „Dafür steht auch die Luft- und Raumfahrtbranche“.

Geschäftsführer Wolfgang Wolf fügte noch an: „Der Koalitionsvertrag hat natürlich auch Schwächen. Es muss sichergestellt werden, dass den vielen international aufgestellten Technologieunternehmen kein Wettbewerbsnachteil entstehen. Durch die auslaufenden Hilfen, wie der Verlustrücktrag, die derzeitig geltenden Insolvenzregeln und Kurzarbeitsregelungen, werden wir erst im nächsten Frühjahr erkennen, wie gut wir durch die Krise gekommen sind. Mehrbelastungen für die Unternehmen durch ein Lieferkettengesetz oder andere bürokratische Hürden, schaffen Marktbarrieren im internationalen Markt und gilt es zu vermeiden“, fordert Wolfgang Wolf. „Ebenso bleibt der Koalitionsvertrag der Frage schuldig, wie synthetische Kraftstoffe ihren Einsatz in der Luftfahrt finden wollen, wenn sich die Landesregierung nicht explizit für die effektive und effiziente nationale Umsetzung der RED II-Richtlinie ausspricht“, kritisiert er weiter. „Es geht nicht um die Beimischung oder Nutzung von Biokraftstoffen, sondern um wasserstoffbasierte Kraftstoffe“. Baden-Württemberg sollte im Kontext des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft die guten Entwicklungsprojekte in Baden-Württemberg dazu mehr berücksichtigen und Technologieoffenheit beweisen“, empfiehlt Wolfgang Wolf abschließend.


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Christopher Busch

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