10. Januar 2022

Klimaneutrale Luftfahrt in Baden-Württemberg – Whitepaper »Branchenanalyse FUTURE AVIATION BW« veröffentlicht

Stuttgart, 10. Januar 2022. Das Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg (LR BW) veröffentlicht mit dem Fraunhofer -Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO das Whitepaper »Branchenanalyse FUTURE AVIATION BW«. Die vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Rahmen der Unterstützung der baden-württembergischen Luftfahrtzulieferindustrie finanzierte Branchenanalyse zeigt den Wandel der Luftfahrtzulieferbranche und die auf sie zukommenden Herausforderungen auf. Zu diesen gehört vor allem die klimaneutrale Luftfahrt. Dazu traf sich die baden-württembergische Branche erst kürzlich mit der Feststellung: In Baden-Württemberg werden schon heute die Technologien von morgen entwickelt. Nun will man das Innovationsnetzwerk „FUTUREAVIATION“ weiterführen und intensivieren.

Klimaneutrales Fliegen, wasserstoffbasierte Antriebe, die Elektrifizierung der Luftfahrt – was auf den ersten Blick nach einer nachhaltigen, digitalen Zukunft für die Luftfahrt aussieht, ist auf den zweiten Blick mit enormen Herausforderungen für die Branche verbunden. Insbesondere die Zulieferindustrie litt durch die Corona-Krise unter dem starken Einbruch des Flugverkehrs, neue politische Richtlinien erfordern technologische Neuausrichtungen in Bezug auf Flugzeugbauformen, Antriebs- und Mobilitätsarten. Die nun veröffentlichte Branchenanalyse bietet neben einem allumfassenden Überblick über den aktuellen Wandel der Luftfahrtbranche einen Ausblick auf potenzielle industriepolitische Handlungsoptionen zur Stärkung der regional ansässigen Unternehmen.

„Die Luftfahrtindustrie steht nicht nur vor der enormen Herausforderung, klimaneutrales Fliegen technisch und zu wettbewerbsfähigen Bedingungen zu ermöglichen, sondern muss zusätzlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Flugverkehr bewältigen. Baden-Württemberg verfügt über ein hervorragendes Netz an mittelständischen Zulieferern. Doch für diese Unternehmen ist die aktuelle Lage existenzbedrohend. Daher fördert das Wirtschaftsministerium verschiedene Maßnahmen des LR BW zur Unterstützung der baden-württembergischen Luftfahrtzulieferindustrie mit dem Ziel, die Branche zukunftssicher aufzustellen“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in Bezug auf die aktuellen Herausforderungen der Branche.

Im Rahmen der Branchenanalyse wurde als eine Handlungsempfehlung die Etablierung eines Innovationsnetzwerkes zur Stärkung der regional ansässigen Unternehmen identifiziert. Ein Auftakt für ein derartiges Netzwerk fand erst kürzlich beim Fraunhofer IAO in Stuttgart statt. Diehl Aerospace, das DLR, der Flughafen Stuttgart, Drees & Sommer und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie präsentierten aktuelle Erkenntnisse und Projekte zur klimaneutralen Luftfahrt. „Der Auftakt zu FUTUREAVIATION hat gezeigt, dass die klimaneutrale Luftfahrt dem Standort Baden-Württemberg eine neue Rolle in der Luftfahrtindustrie geben kann“, erklärte Prof. Dr. Rolf-Jürgen Ahlers, Vorstandsvorsitzende des LR BW. „Ziel ist es nun, die gesamte baden-württembergische Luftfahrtbranche einzubeziehen und Ihnen die Chance zu geben, sich frühzeitig mit Nachhaltigkeits-, Mobilitäts- und Markttrends auseinanderzusetzen und Implikationen für die Zukunft abzuleiten. Wir wollen Strukturbrüche vermeiden, Arbeitsplätze und Wissen sichern, sowie den innovativen Kern Baden-Württembergs resilient und zukunftssicher aufstellen“, fuhr Ahlers fort.

„Neben dem durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus finanzierten Aufbau des Testfelds für energieeffizientes, elektrisches und autonomes Fliegen gibt es in Baden-Württemberg schon seit 1996 Aktivitäten elektrisch und nachhaltig zu fliegen. Zudem gibt es eine Reihe von hochinnovativen Projekten und Ideen, um die Luftfahrt zu revolutionieren“, ergänzte der Netzwerkmanager des LR BW, Christopher Busch.

„Aus unserer Sicht kann das Netzwerk FUTUREAVIATION als eine Art Inkubator dazu beitragen, gemeinsam Veränderungen zu analysieren, Innovationspotenziale zu identifizieren sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen in einem kooperativen Kreis aus Unternehmen, Politik und Wissenschaft frühzeitig abzustimmen und zu erproben“, machte Dr. Thomas Potinecke vom Fraunhofer IAO deutlich.

„Mit der Bündelung von Innovationstätigkeiten können wir mittelständische Betriebe in dieser Branche nachhaltig wettbewerbsfähig machen, die Region als Wirtschaftsstandort und deren Arbeitsplätze auch zukünftig sichern“, so Benno Petersen, Head of Innovation von Diehl Aerospace aus Überlingen, weiter. „Dafür ist auch die Unterstützung der Politik, zum Beispiel durch eine finanzielle Förderung des Innovationsnetzwerks, wichtig,“ forderte Prof. Dr. Rolf-Jürgen Ahlers, Vorstandsvorsitzende des LR BW, abschließend.

 

Hier geht es zur Studie

 


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Christopher Busch

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